So Sensibel

Sie ist ja so sensibel, die Ärmste.
Ein scheeler Blick, eine Absage,
ein bißchen Ärger, mir
macht das nichts aus, aber sie
ist weich im Nehmen.

Schon ist sie gekränkt,
beklagt sich, droht mit Migräne.
Dann wieder bockt sie,
stellt sich taub, will nicht,
spielt die Unergründliche.

Ja, diese ewige Nörglerin
geht mir oft auf die Nerven.
Aber was soll ich machen?
Unzertrennlich sind wir,
bis daß der Tod uns scheide,

meine Psyche und mich.

– Hans Magnus Enzensberger


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2 Kommentare

  1. Thomas L. said,

    1. Oktober 2009 um 13:28

    Starkes Gedicht! Wow!

  2. Thomas L. der richtig richtige said,

    21. April 2010 um 11:16

    tolles Gedicht!!!!!


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