THEATERREVOLUTION

„In Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid.“ Arthur Schopenhauer

Es gibt viele wichtige Themen, über die man sich zu wenig Gedanken macht. Eines davon ist der Unterschied von Arm und Reich. Dieser ist schwer zu greifen; da hilft auch scheinbar anschauliches Gerede vom „Außeinanderklaffen der Wohlstandscheere“ nichts. Wie kann man also konkret und wirkungsvoll über so ein Thema sprechen? Das Hamburger Schauspielhaus hat dazu eine geniale Idee: In einem Theaterstück lässt es arme Bürger der Stadt Namen, Adresse und Vermögen der reichsten aufzählen. Eindrucksvoller kann man es nicht auf den Punkt bringen: Die Armen sind aus Fleisch und Blut, haben Gesichter und Stimmen. Die Reichen sind gesichtslos. Da tobt die Menge; dankbar einen Sündenbock zu haben. Ein Lehrstück über gute Kommunikation und die – kurzzeitige – Entflammbarkeit der Masse.

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